Historie - Bürgerhaus Boke

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Historie

Vorgeschichte
Seit Jahrzenten hegten die Boker den Wunsch nach Räumlichkeiten für größere Veranstaltungen. Schon 1971 beschloss der damalige Gemeinderat Boke den Bau einer Halle. Auch die genehmigungspflichtigen Behörden stimmten zu. Das Projekt scheiterte jedoch wegen der Finanzen.
Auch nach der Gebietsreform 1975 war in der neu formierten Stadt Delbrück kein Geld da für solche Projekte. Vorrang hatten die sanierungsbedürftigen Schulen im gesamten Stadtgebiet.  
Die Boker hielten aber weiter an ihrem Wunsch fest.
Am 1. April 1985 berichtete das Westfälische Volksblatt: ,,Der Bau einer Gemeindehalle in Boke wird nun Wirklichkeit. Grundsteinlegung ist heute um 18 Uhr, wozu Schirmherr Bernhard Troja und auch Bürgermeister Stephan Knies herzlich einladen." Dass man bei dem Aprilscherz auch an etwas Ernsthaftes gedacht hatte, machte die Zeitung in einem Bericht am nächsten Tag deutlich.
Hintergrund dieser Aktion war ein Antrag der CDU-Ortsunion an die Stadt Delbrück, die vorhandene Turnhalle zu einem Begegnungszentrum umzubauen. Dessen Vorsitzender Bernhard Troja war damals Karnevalsprinz in Boke und gerade die Karnevalsgesellschaft Bleib Treu Boke mit ihrem Präsidenten Heinz Klobe sehnte sich nach größeren Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen. Seitens der Stadt wurde jedoch auf die zur Zeit fehlenden Mittel und die Erweiterung des Pfarrheims verwiesen.
Der Aprilscherz hatte jedoch den Wunsch der Boker nach einer Begegnungsstätte in die Öffentlichkeit gerückt und in ihren Willen gestärkt. In einer Zusammenkunft der Boker Vereine am 18. Juni 1985 beschloss man, den Bau eine Begegnungsstätte voranzutreiben. In Gesprächen mit der Stadt wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass in Boke weder in der privaten Gastronomie noch in einem öffentlichen Gebäude Räumlichkeiten für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Nach einem erneutem Antrag an die Stadt Delbrück im August 1987 wurde im Haushalt 1988 das Geld für die Planungskosten zum Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Boke bereitgestellt. Die Realisierung des Projektes ließ jedoch zugunsten der Renovierung der Boker Grundschule auf sich warten.

Planung
Im Zuge der planerischen Vorarbeit hatte man sich von einem Umbau und der Erweiterung der alten Turnhalle verabschiedet, weil die Verantwortlichen der Stadt Delbrück danvon überzeugt waren, dass ein Neubau wirtschaftlicher sei. Ziel der Boker war nun, ein neues Dorfgemeinschafthaus für Veranstaltungen bis ca. 350 Personen zu bauen. Strittig war jedoch der Standort für die neue Begegnungsstätte. Die örtliche CDU favorisierte aus dorfentwicklungspolitischen Gründen den Standort Nähe Turnhalle, Pfarrheim. Als weiterer möglicher Standort wurde der Festplatz am Sportheim diskutiert.
Im Februar 1990 lud der Heimatverein Boke alle Vorsitzenden der Boker Vereine ein zur Gründung eines Arbeitskreises Dorfgemeinschaftshaus Boke und um die Standortfrage zu klären. Die Boker entschieden sich für den Standort Festplatz an der Lippe. Die überzeugende Argumente des damaligen SPD-Ratsvertreters und SUS-Vorsitzenden Reinhard Schmitz für diesen Standort waren die städtebauliche Verbindung zwischen Boke und Ringboke, das Grundstück war Erbbaugrundstück der Kirchengemeinde Boke und sofort bebaubar, die günstige Verkehrsanbindung sowie der vorhandene Kanal und Wasseranschluss. Auch der Schützenverein sprach sich eindeutig für den Standort Schützenplatz aus, um die Halle auch für ihre Feste nutzen zu können.
Um die Arbeit des Arbeitskreises Dorfgemeinschaftshaus juristisch auf sichere Beine zu stellen wurde im Jahr 1992 der Arbeitskreis neu organisiert und als Organ offiziell dem Heimatverein Boke angegliedert. Als Leiter des Arbeitskreises wählte man Wolfgang Peters. Ab diesem Zeitpunkt traf sich der Arbeitskreis regelmäßig und befasste sich intensiv mit den Vorbereitungen und Planungen. Es sollte ein Haus entstehen mit Atmosphäre zum Feiern, das Platz bietet ca. 350 Personen, mit einer festen Bühne und die Möglichkeit der Anbindung eines Festzeltes. Architekt Stefan Kellner aus Delbrück erhielt den Auftrag zur  Planung der Begegnungsstätte. Mit der Zusicherung der Boker, die Eigenleistung deutlich zu erhöhen, wurde die ursprüngliche Variante des Hauses um einen großzügigen Thekenbereich erweitert.
Die Finanzierung des nun ansetzten 2,3 Millionen Mark teuren Objektes stand: 900.000 DM die Stadt Delbrück, 80.000DM die Stadtsparkasse, 120.000 DM hatten die Boker im Dorf schon gesammelt. Der Rest von 1,2 Millionen DM sollte durch Eigenleistung und weitere Spenden aufgebracht werden.

Bürgermeister Stephan Knies und der Leiter des Arbeitskreises Wolfgang Peters beim offiziellen ersten Spatenstich.

Bau des Bürgerhauses
Am 26. März 1994 war es dann endlich so weit. Mit dem feierlich umrahmten ersten Spatenstich wurde offiziell mit dem Bau des Bürgerhauses begonnen. Zwischenzeitlich hatte man das Projekt Dorfgemeinschaftshaus umbenannt in Bürgerhaus Boke. Der Arbeitskreis organisierte die Arbeitseinsätze. Alle Boker Vereine hatten sich bereit erklärt, wöchentlich im Wechsel ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Hinzu kamen zum jeweiligen Gewerk die Boker Handwerker. Maurer Friedhelm Ottensmeier übernahm die Gesamtleitung auf der Baustelle. Die Boker Frauen hatten sich in eine Liste eingetragen, um die Verpflegung auf der Baustelle zu übernehmen.
So entstand nach und nach mit kleinen Unterbrechungen in 3-jähriger Bauzeit das heutige Bürgerhaus. Am 25. April 1997 wurde es mit einem großen Festabend eingeweiht.
Mit ungeahnten Kräften für Gemeinschaftssinn opferten viele Boker ihre Freizeit und arbeiteten unentgeltlich viele Wochen am Bürgerhaus und einmal sogar die ganze Nacht. Das war das Wochenende, an dem die riesige Bodenplatte betoniert wurde. am Freitag Abend hatte dem Betonieren der riesigen Grundplatte begonnen. Am späten Abend beschloss man spontan, die ganze Nacht durchzuarbeiten, weil für Samstag Temperaturen bis 35 °C angekündigt waren. Eilig wurden große Scheinwerfer beigeschafft und aufgestellt. Und dann betonierte man die ganze Nacht. Morgens um 4:15Uhr waren die 200 Sack Zement aufgebraucht. Peter Bussemas wurde aus seinem Schlaf gerissen, er brachte mit seinem Stapler die restliche Menge Zement. Am Samstag Morgen gegen 7:00 Uhr war die Bodenplatte betoniert und die erschöften Helfer konnten nach Hause gehen und schlafen.
Gemeinsam wurde am Bau geschuftet, erzählt und gelacht. Für viele Boker wird die Zeit des Bauens am Bürgerhauses wohl unvergesslich sein.

Allen Helfern und Spendern gilt an dieser Stelle ein großes Dankeschön. Ohne ihren Mut und ihre Unterstützung wäre wohl ein solches Haus nie entstanden. Ein ganz besonderer Dank gilt dem ehrenamtlich tätigen Bauleiter Friedhelm Ottensmeier, der jede freie Minute über die lange Bauzeit von 3 Jahren dem Bürgeraus opferte.

Die Boker haben sich ihren lang ersehnten Traum erfüllt und ein Bürgerhaus geschaffen, das weit und breit seines gleichen sucht und bezüglich Räumlichkeiten zum Feiern kaum Wünsche offen lässt.

Der Vorsitzende des Heimatverein Boke Reinhard Schulte hält die Ansprache zum Baugeginn der Bürgerhauses. Links im Bild der stellv. Bürgermeister Stefan Knies und Landwirt Hubert Schulte.

Einige Mitglieder der KFD mit Vorsitzende Christel Brenken übergeben ein symbolisches Geschenk. Sie versprechen, sich um die Verpflegung der Arbeiter am Bau zu kümmern.
von links: Reinhard Schute, Stefan Knies, Wolfgang Peters, Christel Brenken, Maria Pottmeier und Margret Pottmeier

von links: Friedhelm Ottensmeier, Ulrich Brenken, Paul Bentler, Gerhard Jürgensmeier, Dirk Bertelsmeier, Heinrich Ruenbrink und Herman Bertelsmeier.

Auch einige Kinder der anwesenden Helfer hatten ihren Spaß. Vor dem großen Baucontainer: Britta Bertelsmeier, Therese Höwelkröger, Steffen Höwelkröger und Benedikt Bentler

Der gesammte Beton des Bürgerhauses wurde mit dem Betonmischer hinter dem Traktor erstellt, rechts im Bild Norbert Ottensmeier.

Im August 1995 wurde Richtfest gefeiert.

Schade, dass bei diesem Projekt während der Bauzeit, beim Richtfest und bei der Einweihung des Bürgerhauses nicht oder nur sehr wenig fotographiert wurde. Sollte jemand daheim noch Fotos darüber haben, der möge sich bitte bei Paul Bentler melden.

erstellt: Paul Bentler
Quellen: Protokolle, Notizen, Zeitungsartikel und Befragung einiger Boker
Bilder: Stefan Hellinge, Heinz Klobe und Wolfgang Peters

 
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